CSCMP Roundtable Germany and Austria

CSCMP Veranstaltung 07.09.2017 in Baunatal


Der Roundtable Germany des Council of Supply Chain Management Professionals (CSCMP) veranstaltete am Donnerstag eine Konferenz zum Thema „Aftersales Supply Chains – DER Treiber von Umsatz, Marktanteil, Rendite und Kundenzufriedenheit“. Hierbei bot der Gastgeber VW Kassel 35 Teilnehmenden eine Führung durch eines der größten Ersatzteillager der Welt. Außerdem wurde das  Thema in mehreren Vorträgen aus fünf verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die größte Herausforderung ist, eine hohe Verfügbarkeit bei schwer vorhersagbaren Teilen zu gewährleisten – und das für über ca. 500 Tausend bis über 1,6 Millionen Sortimentspositionen je nach Branche.

„Ständige Veränderung leben wir seit vielen Jahre. Auch jetzt gibt es keinen Stillstand. Neubauten und Umzüge, Optimierung – ständig sind verschieden Projekte am Start.“ fasste Clemens Diedrich, Konzern After Sales, Leitung Logistik- und Qualitätssteuerung, Volkswagen AG zusammen.

Fünf verschiedenen Projekte von IT-Systemen und Lasertechnologie über Verpackungsoptimierung bis zur Verbesserung von Mitarbeiterarbeitsplätzen wurden vorgestellt und intensiv diskutiert. Dafür stand ausreichend Zeit bereit. Durch die vielfältige Erfahrung der Anwesenden und viele Fragen ergaben sich zahlreiche interessante Antworten. Immer wieder wurde der Nutzen genau betrachtet und der dafür einzusetzende Aufwand genau beobachtet.

Als sechstes Projekt stellte Jörg Homburg, Konzern After Sales, Leitung Dienstleistersteuerung, Volkswagen AG den Fortschritt des Umzugs der Läger von Singapur in ein neues in Malaysia vor.

Dietmar Düsing, Head of Logistics und Member of the Management Board bei Claas Service and Parts GmbH ergänzte die außergewöhnlichen Herausforderungen bei der Versorgung von großen Landmaschinen. Die Saison für Landmaschinen ist kurz – und in den zentralen 6 Wochen der Haupterntezeit müssen die Erntemaschinen möglichst ununterbrochen eingesetzt werden können. Ein wachsender grauer Markt von Nachbauten erschwert den Erfolg. Auch die Rücknahme der älteren Teile aus dem Handel ist eine weitere Besonderheit. Herr Düsing zeigte unterschiedliche Lösungen auf, um diese Herausforderungen zu meistern. Besonders eine engere Zusammenarbeit von Claas und den Händlern verspricht eine Verbesserung der Informationssituation auf beiden Seiten.

Doch alle Software nützt wenig, wenn die Basis nicht stimmt, wusste Herr Düsing: zuerst geht es immer darum, die Stammdaten zu bereinigen und eine möglichst gute Datenqualität sicherzustellen.

Nach der Mittagspause gelang es Georg Odenthal, langjährige Führungskraft in strategischen und operativen Aftersales Bereichen in der Automobilindustrie, der Baumaschinenindustrie und dem Industrieanlagenbau seine Erfahrungen aus drei verschiedenen Bereichen gebündelt weiterzugeben. Er schnitt die aus seiner Sicht wichtigsten Themen an und stellte jeweils Gemeinsamkeiten oder Unterschiede der Lösungen in den unterschiedlichen Fällen dar. Der zentrale Drehpunkt des Vortrags war das Ziel aller Unternehmen: die Gewinnoptimierung. Als Definition von After Sales sieht Georg Odenthal die Kombination aus Kundendienst, also allem, was mit Reparatur, Wartung, Diagnosegeräten, Spezialwerkzeugen, Training, Gewährleistung und Kundenbindung zu tun hat, und Ersatzteilwesen, also dem Teilesortiment, der Stückelung pro Verpackungseinheit, der Herkunft, der Informationswege für die Käufer zu tun hat, vor.

Zur Frage, wie das „Reich werden“ möglich ist, stellte er in den Raum, dass dies erreicht wird, wenn die gesamte Supply Chain optimiert wird, nicht nur die Logistik. Die ausführliche Diskussion von Preisgestaltung und Kostenzusammenhänge mit vielen Beispielen brachte zahlreiche Anregungen und Denkanstöße.

Vor der abschließenden Diskussionsrunde führten die Referenten von VW die Teilnehmenden selbst in einer sehr gut organisierten Tour durch die beeindruckenden Lager- und Kommissionierbereiche. Ältere und neuste Technik arbeiten hier nebeneinander – jede so, wie es gerade gebraucht wird. Dabei wurden ebenfalls viele Fragen gestellt, die fachmännisch beantwortet wurden.

Zum Abschluss stellten sich alle Referenten weiteren Fragen, was die Teilnehmenden intensiv in Anspruch nahmen. Zu den umfassender diskutierten Themen gehören der Einsatz von KPIs zur Steuerung. Als Fazit kann das Zitat: „Ein Ziel und drei Messzahlen“ als sinnvolle Lösung festgehalten werden. Außerdem das Management von Veränderungen. Die verschiedenen genannten Beispiele bestätigten, was eingangs schon erwähnt wurde: „After Sales Supply Chains unterliegen ständiger Veränderung. Werden die Mitarbeitenden einbezogen, entwickelt sich das Geschäft in die richtige Richtung weiter.“

Insgesamt war der Nutzen an Bedenkenswerten auf allen Seiten hoch, für Netzwerken war ausreichend Raum geboten, die Stimmung war offen und regte zum Wissensaustausch an. . Jeder dürfte sich gerne an sich gerne an diese Veranstaltung erinnern.

Die nächste ist schon geplant: Am 30.11.2017 lädt der CSCMP Roundtable Germany nach München ins IBM Watson IoT Center. Thema ist: „Rolle von Blockchain in der Supply Chain – Nur ein Hype oder Thema mit Substanz?“

Mehr Informationen finden Sie auf dieser Webseite unter Veranstaltungen.